Übungsleiterfreibetrag auf 3.000,- € erhöht - Entlastungen für Vereine

Der Gesetzgeber hat mit dem Jahressteuergesetz 2020 Entlastungen für
gemeinnützige Vereine beschlossen. 

Anhebung der Freibeträge für Übungsleiter*innen und Ehrenämtler*innen

Zum 01.01.2021 wurden die Freibeträge für Übungsleiter*innen und ehrenamtlich
tätigen Personen in Vereinen erhöht.

Der Übungsleiter-Freibetrag steigt von 2.400 € auf 3.000 €, der
Ehrenamts-Freibetrag von 720 € auf 840 €.

Weitere steuerliche und bürokratische Entlastungen

Die Grenze für Kleinbetragsspenden steigt von 200 € auf 300 €. Bis zu diesem
Betrag muss der Verein keine Spendenbescheinigung ausstellen, sondern es ist die
Vorlage eines Bareinzahlungs- oder Buchungsbelegs eines Kreditinstituts
ausreichend.

Anhebung der Besteuerungsgrenze im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb

Die Grenze für  Gewinne, die im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb erzielt
wurden und  körperschaft- und gewerbesteuerpflichtig sind , wurde auf 45.000 €
brutto angehoben.

Vereine, deren Bruttoeinnahmen im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb diesen
Betrag nicht übersteigen, haben in der Regel nur alle drei Jahre eine
Steuererklärung in vereinfachter Form abzugeben.

Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung für kleine Vereine aufgehoben

Grundsätzlich sind gemeinnützige Vereine verpflichtet, die ihr zufließenden
Mittel zeitnah für satzungsmäßige Zwecke zu verwenden. Diese
Mittelverwendungsfrist gilt nicht mehr wenn die jährlichen Einnahmen
45.000 €
nicht übersteigen.

Dabei werden alle Einnahmen aus den verschiedenen steuerlichen
Tätigkeitsbereichen des Vereins, d.h. die des ideellen Bereichs, aus
Vermögensverwaltung, Zweckbetrieben und wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb,
berücksichtigt.

Während die Anhebung des Kleinspendenbetrages zum 01.01.2021 wirksam wurde,
treten die Anhebung der Besteuerungsgrenze und die Aufhebung der zeitnahen
Mittelverwendung für kleine Vereine am Tag nach der Verkündung in Kraft und
gelten voraussichtlich schon für das Jahr 2020.

Weitere sinnvolle Erleichterungen

Gemeinnützige Vereine können Mittel teilweise an andere steuerbegünstigte
Körperschaften weitergeben. Eine gesetzliche Neuregelung stellt nun klar, dass
der zuwendende Verein Vertrauensschutz genießt, dass die Mittel auch für
steuerbegünstigte Zwecke verwendet werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der
Verein sich die Steuerbegünstigung/Gemeinnützigkeit des Empfängers durch Vorlage
eines Steuer- oder eines Freistellungsbescheids, nachweisen
lässt.

Ferner wird die Kooperation mit anderen steuerbegünstigten Körperschaften
erleichtert. Das planmäßige Zusammenwirken führt dazu, dass die satzungsmäßigen
Zwecke unmittelbar verwirklicht werden und die Tätigkeit als Zweckbetrieb
eingeordnet werden kann.

Diese Neuregelung beseitigt Unsicherheiten zum Beispiel bei Kooperationen von
Sportvereinen mit Trägern des Offenen Ganztags.

Quelle: Jahressteuergesetz 2020 (Bundesrat-Drucksache 746/29 vom 17.12.2020)